Bürgerstadt

Rundweg 6

Fußweg 3,8 km

Dauer 55 min

1704 ließ Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg den Grundstein zu Schloss Ludwigsburg legen. Bis zu seinem Tod schufen Bauleute und Künstler eine der größten barocken Schlossanlagen Europas. Unter dem Gründer und seinem Nachfolger Carl Eugen war sie insgesamt 28 Jahre lang württembergische Residenz. Mit dem Schloss als Gesamtkunstwerk und prächtigen Festen zeigten die Herzöge ihre uneingeschränkte Macht ohne Rücksicht auf die Finanzen des Landes. Sie sahen es als ihre wichtigste Aufgabe an, dem württembergischen Hof Ruhm und Glanz zu verleihen und sich im Wettbewerb mit anderen europäischen Herrschern zu behaupten.

Palais Grävenitz, Marstallstraße 5

Herzog Eberhard Ludwig (reg. 1693 – 1733) – Die Regierung des Ludwigsburger Stadtgründers wird häufig mit einer vermeintlichen Mätres- senherrschaft durch Wilhelmine von Grävenitz in Verbindung gebracht. Über 24 Jahre hielt der Herzog mit seiner Favoritin in Ludwigsburg glanzvoll Hof, während die Herzogin in Stuttgart zurückbleiben musste. Die Entscheidung, das kleine Ludwigsburger Jagdquartier zu einer Residenz auszubauen, wird gerne als Beispiel weiblicher Einf lussnahme seitens der Mätresse gedeutet. Auch wenn ‚die Grävenitz‘ durch ihre Beteiligung bei Beratungen und der Besetzung von Ämtern an politischen Entscheidungen mit- wirkte, wurde der Herzog nicht zu ihrer willfähri- gen Marionette. Die Verlegung der Residenz in eine großzügigere Schlossanlage war für den Barockfürsten eine Statusfrage und keine Ver- meidungsstrategie in einem Ehezwist. 1727 / 28 ließ Eberhard Ludwig seiner Mätresse für reprä- sentative Empfänge dieses Stadtpalais errichten.

Schlosskapelle, Schlossstraße 30

Herzog Carl Alexander (reg. 1733 – 1737) – Eberhard Ludwig starb ohne legitimen Sohn. Nachfolger war sein zum Katholizismus kon- vertierter Cousin. Für die streng protestantische Bevölkerung war dies Anlass zu größter Sorge. Carl Alexander musste der evangelischen Landes- kirche vor seinem Regierungsantritt umfang- reiche Rechte zusichern. Im Gegenzug sollte der Herzog für seine Privatgottesdienste eine Kapelle erhalten. Möglicherweise aus Verärgerung über die fehlenden Mittel für diese Baumaßnahme, ließ er sich den Schlüssel der bestehenden Hofka- pelle aushändigen, verwehrte den evangelischen Geistlichen den Zutritt und veranlasste einen Umbau für die Bedürfnisse der katholischen Litur- gie. Nutzen konnte er den Raum jedoch nicht mehr. Die erste Messe, die hier abgehalten wurde, war 1737 seine Beisetzungsfeier. Carl Alexander wurde wie sein evangelischer Vorgänger in der Gruft unter der Schlosskapelle bestattet.

Schlossstraße

Herzog Carl Eugen (reg. 1737 – 1793) – Als ältester Sohn Herzog Carl Alexanders kam Carl Eugen 1744 an die Regierung. In Ludwigsburg ließ der stets auf wirkungsvolle Auftritte bedachte junge Fürst ein weit ausgreifendes Alleennetz anlegen. Begonnen wurde mit der Umgestaltung in der Schlossstraße. Hier ließ er 1747 eine fünf- reihige Allee pflanzen. Einer der Höhepunkte des Alleensystems war die sogenannte Grüne Bettlade am südlichen Ende der Schlossachse. Der ehemals von einer Gartenanlage umgebene rechteckige Platz ist durch gestutzte Hainbuchen eingefasst. Der Gartenraum wurde von Carl Eugen angeblich für lauschige Übernachtungen unter freiem Himmel genutzt, weshalb der Ort diesen kuriosen Namen erhielt. Die Reste des Heckenkarrees sind auf einer Anhöhe 1,3 km südlich des Schlosses zu sehen.

In den Boden eingelassener Denkstein, Schlossstraße

Herzog Ludwig Eugen (reg. 1793 – 1795) und Herzog Friedrich Eugen (reg. 1795 – 1797) – Die beiden jüngeren Brüder Herzog Carl Eugens regierten jeweils nur zwei Jahre. Ludwig Eugen starb in Ludwigsburg bei einem Ausritt in der Schlossstraße. Die Stelle, an der er einen Herzschlag erlitt, ist unmittelbar neben dem Fußweg durch einen Denkstein markiert. Die Inschrift ‚L. E. H. Z. W.‘ steht für ‚Ludwig Eugen Herzog zu Württemberg‘.

Ehemaliges Prinzenpalais, Wilhelmstraße 13

König Friedrich I. (reg. 1797 – 1816) und König Wilhelm I. (reg. 1816 – 1864) – 1790 zog Prinz Friedrich, der spätere erste württem- bergische König, mit seinen Söhnen Wilhelm und Paul in das Prinzenpalais. Für die Kinder war es kein freundliches Elternhaus. Sie wuchsen ohne Mutter auf. Der Vater war auf eine standesge- mäße Ausbildung bedacht und setzte seinen hohen Erziehungsanspruch mit harter Hand durch. Insbesondere Wilhelm litt unter der übergroßen Strenge des cholerischen Friedrich. Er entwi- ckelte einen ausgeprägten Widerspruchsgeist. Als er nach dem Tod seines Vaters die Regierung übernahm, sorgte er in Verwaltung, Justiz und Wirtschaft für längst überfällige Reformen.

Landgut Marienwahl, Heilbronner Straße 51

König Karl (reg. 1864 – 1891) und König Wilhelm II. (reg. 1891 – 1918) – Der einzige Sohn König Wilhelms I. verbrachte nur während seiner militärischen Ausbildung 1839 /40 einige Zeit in Ludwigsburg und hat hier kaum Spuren hinterlassen. Als er kinderlos starb, trat sein Neffe Wilhelm die Regierung an. Er hielt sich häufig in seinem Ludwigsburger Landhaus Marienwahl auf. 1889 wurde vor dem Tor des Gutsgeländes ein Attentat auf ihn verübt. Er hatte sich gerade auf den Weg zum Gottesdienst begeben, als ein Schuss fiel. Der Thronfolger blieb unverletzt und ließ sich von dem Ereignis nicht aus der Ruhe bringen. Als König suchte er die Nähe seiner Untertanen und bewegte sich frei in der Öffentlichkeit.

Schlossstraße

Herzog Carl Eugen (reg. 1737 – 1793) – Als ältester Sohn Herzog Carl Alexanders kam Carl Eugen 1744 an die Regierung. In Ludwigsburg ließ der stets auf wirkungsvolle Auftritte bedachte junge Fürst ein weit ausgreifendes Alleennetz anlegen. Begonnen wurde mit der Umgestaltung in der Schlossstraße. Hier ließ er 1747 eine fünf- reihige Allee pflanzen. Einer der Höhepunkte des Alleensystems war die sogenannte Grüne Bettlade am südlichen Ende der Schlossachse. Der ehemals von einer Gartenanlage umgebene rechteckige Platz ist durch gestutzte Hainbuchen eingefasst. Der Gartenraum wurde von Carl Eugen angeblich für lauschige Übernachtungen unter freiem Himmel genutzt, weshalb der Ort diesen kuriosen Namen erhielt. Die Reste des Heckenkarrees sind auf einer Anhöhe 1,3 km südlich des Schlosses zu sehen.

In den Boden eingelassener Denkstein, Schlossstraße

Herzog Ludwig Eugen (reg. 1793 – 1795) und Herzog Friedrich Eugen (reg. 1795 – 1797) – Die beiden jüngeren Brüder Herzog Carl Eugens regierten jeweils nur zwei Jahre. Ludwig Eugen starb in Ludwigsburg bei einem Ausritt in der Schlossstraße. Die Stelle, an der er einen Herzschlag erlitt, ist unmittelbar neben dem Fußweg durch einen Denkstein markiert. Die Inschrift ‚L. E. H. Z. W.‘ steht für ‚Ludwig Eugen Herzog zu Württemberg‘.

König Friedrich I. (reg. 1797 – 1816) und König Wilhelm I. (reg. 1816 – 1864) – 1790 zog Prinz Friedrich, der spätere erste württem- bergische König, mit seinen Söhnen Wilhelm und Paul in das Prinzenpalais. Für die Kinder war es kein freundliches Elternhaus. Sie wuchsen ohne Mutter auf. Der Vater war auf eine standesge- mäße Ausbildung bedacht und setzte seinen hohen Erziehungsanspruch mit harter Hand durch. Insbesondere Wilhelm litt unter der übergroßen Strenge des cholerischen Friedrich. Er entwi- ckelte einen ausgeprägten Widerspruchsgeist. Als er nach dem Tod seines Vaters die Regierung übernahm, sorgte er in Verwaltung, Justiz und Wirtschaft für längst überfällige Reformen.

In den Boden eingelassener Denkstein, Schlossstraße

Herzog Ludwig Eugen (reg. 1793 – 1795) und Herzog Friedrich Eugen (reg. 1795 – 1797) – Die beiden jüngeren Brüder Herzog Carl Eugens regierten jeweils nur zwei Jahre. Ludwig Eugen starb in Ludwigsburg bei einem Ausritt in der Schlossstraße. Die Stelle, an der er einen Herzschlag erlitt, ist unmittelbar neben dem Fußweg durch einen Denkstein markiert. Die Inschrift ‚L. E. H. Z. W.‘ steht für ‚Ludwig Eugen Herzog zu Württemberg‘.

König Friedrich I. (reg. 1797 – 1816) und König Wilhelm I. (reg. 1816 – 1864) – 1790 zog Prinz Friedrich, der spätere erste württem- bergische König, mit seinen Söhnen Wilhelm und Paul in das Prinzenpalais. Für die Kinder war es kein freundliches Elternhaus. Sie wuchsen ohne Mutter auf. Der Vater war auf eine standesge- mäße Ausbildung bedacht und setzte seinen hohen Erziehungsanspruch mit harter Hand durch. Insbesondere Wilhelm litt unter der übergroßen Strenge des cholerischen Friedrich. Er entwi- ckelte einen ausgeprägten Widerspruchsgeist. Als er nach dem Tod seines Vaters die Regierung übernahm, sorgte er in Verwaltung, Justiz und Wirtschaft für längst überfällige Reformen.

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